Stefan Christ

6. Dan Aikido, Aikikai Tokyo, ist seit 1992 begeisterter Aikidoka.

Wie bist Du eigentlich zu Kampfsport und insbesondere zum Aikido gekommen? Schon als Kind faszinierten mich Kampfkünste aller Art und so habe ich im Alter von sechs Jahren mit Judo begonnen. Das war aber nur für sehr kurze Zeit. Später hat mich insbesondere das Leben und Werk von Bruce Lee begeistert. Und so blieb mein Interesse für die Welt der Martial Arts bestehen. Erst als junger Erwachsener bin ich mit dem Aikido in Berührung gekommen. Das geschah während des Unisports, wo ich eine Stunde überbrücken musste und dann in die Aikidogruppe geraten bin. Mich haben sofort die fließenden, harmonischen Bewegungen fasziniert und ich habe sofort gewusst, dass es das ist, was ich die ganze Zeit, unbewusst, gesucht habe und unbedingt lernen will.

Irimi nage

Nach kurzer Zeit wechselte ich in das Aikido Dojo Düsseldorf von Frank Ostoff. Hier sammelte ich fünfzehn Jahre lang Erfahrungen als enger Schüler und genoss das Vertrauen meines Lehrers, wie auch der anderen Schüler, als Übungsleiter für Aikido, Kenjutsu (Schwertkampf) und Jojutsu (Stockkampf)

Wer ist/ sind Deine Lehrer? Kurz nachdem ich mit dem Aikido begonnen hatte, im Herbst 1992, war Meister Endo Seishiro aus Tokyo zu Gast in Deutschland. Diese Begegnung prägt mein Aikido bis heute. Durch meine regelmäßigen Teilnahmen an den Seminaren von Endo Shihan im In- und Ausland, sowie mehreren Reisen nach Japan, vertiefe und erweitere ich ständig meine Kenntnisse und Fähigkeiten.

Weitere wichtige Lehrer sind für mich Jan Nevelius Shihan (Schweden), Matti Joensuu Sensei (Finnland) sowie Mouliko Halén (Norwegen) und Jorma Lyly (Schweden). Mit diesen Lehrern bin ich auch mittlerweile gut befreundet. Jan Nevelius Shihan und Mouliko Halén werden jährlich von uns eingeladen. Ich möchte aber auch noch Christian Tissier Shihan aus Frankreich nennen, der mir über eine lange Strecke meines Aikidopfades Orientierung gegeben hat. Nicht zuletzt, aber ebenfalls mein erster Aikidolehrer Frank Ostoff, ohne den ich wahrscheinlich nicht da wäre, wo ich heute bin. Vor all diesen Menschen verneige ich mich in tiefer Dankbarkeit!

Welche Bedeutung hat der Begriff Netzwerk in eurem Dojonamen? Als Gründungsmitglied des Shinboku Aikido, einer Kooperationsgemeinschaft der befreundeten Dojos in Düsseldorf und Duisburg verfolge ich natürlich auch den Netzwerkgedanken. So erklärt sich der eher unübliche Name für ein Dojo. Vor einigen Jahren wurde zusätzlich das Kaizen Netzwerk gegründet, indem ich auch involviert bin. Das ist eine lockere, freie Kooperation verschiedener Dojos vom Niederrhein, Ruhrgebiet und Rheinland.

Kokyu nage

Machst Du Aikido eigentlich hauptberuflich?   Nein, das lässt die Wirtschaftslage leider nicht zu. Aber als Lehrer für Pflegeberufe am Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe der Universitätsklinik in Düsseldorf setze ich immer wieder die Prinzipien des Aikido um. Bei den Schwerpunktthemen Bewegung und Mobilisation wird das haptisch-kinästhetisch natürlich besonders deutlich.

 Und was machst Du sonst noch? Neben meiner Leidenschaft für das Aikido, spiele ich sehr gerne Gitarre und singe auch dazu. Weil ich aber auch sehr gerne draußen in der Natur bin, habe ich noch das traditionelle  Bogenschießen für mich entdeckt. Das kann man auch gut mit dem Wandern kombinieren!

Stefan mit Endo Shihan in Saku Japan 1998
(Sorry, da gab es noch kein HD-Format 😉 )